Dokumente zum Autobahnbau und zu gesundheitlichen Folgen des Straßenverkehrs

Resolution des Rates der Stadt Gladbeck von 2009 mit Forderungen
- unterschrieben von allen Bürgermeistern der Nachbarkommunen von Gladbeck, auch vom Bottroper Oberbürgermeister Tischler.

Keine von diesen Forderungen wurden mit dem durch den Ratsbürgerentscheid abgelehnten Tunnel-Vorschlag erfüllt.

 

Warnung an Gutgläubige. Planänderungen wurden zufällig bekannt:
A 52-Vereinbarung zwischen Stadt, Land und Bund gebrochen
SPD Essen: "A 52 - Befürchtungen bestätigt"

Nicht die Katze im Sack kaufen!

 

BUND für Umwelt und Naturschutz widerspricht der Stadt Gladbeck in neun zentralen Punkten. Wortlaut hier

 

Kommentar zu den 2 Millionen Euro, über die in Gladbeck abgestimmt werden soll: Was Befürworter gerne verschweigen: Von dieser  Summe würde nur eine Betonplatte mit Bitumenabdichtung auf einem Stück Autobahn mitfinanziert. Folge: Jedes Element möglicher Gestaltung über diesem Betondeckel und im übrigen Stadtgebiet würde zusätzliches Geld aus der Stadtkasse kosten. Die vorgelegten wunderschönen Pläne zur Stadtentwicklung würden mehr als 100 Millionen Euro kosten, für das seit langem übererschuldete Gladbeck unmöglich aufzubringen. Außerdem weiß niemand, auf welchen Betrag sich die im Jahr 2011 auf 2 Millionen angesetzte Summe bis zur Bauzeit erhöhen würde.

 

März/Mai 2009:
Stellungnahme der Stadt Gladbeck beim Planfeststellungsverfahren der A 52/Bottrop

Noch 2009 listete die Stadt Gladbeck selbst erhebliche Nachteile für Gladbeck auf, wenn in Bottrop die Autobahn der A 52 gebaut würde. Davon scheint der Bürgermeister 2012 nichts mehr wissen zu wollen.  Vollständiger Wortlaut hier

 

Oktober 2007:
Gutachten von Prof. Haller
: Vergleich Heege - Galerie - Tunnel

Im Auftrag der Stadt Glaadbeck legte Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Haller ein  aufschlussreiches Gutachten "Ganzheitliche Bewertung der Auswirkungen der BAB A 52 im Stadtgebiet von Gladbeck" vor. Daraus haben wir in unserem Informationsblatt zitiert.  Vollständiger Wortlaut hier

 

Gutachten von Prof. Lühder (Dezember 2009):

Autobahnknotenpunkt A2 / A52: Entwicklung eines Alternativkonzepts (externer Link)

Die von Prof. Lühder vorgelegten Berechnungen über die Kosten einer Untertunnelung am Autobahnkreuz waren falsch. Jedenfalls behauptete Herr Heinze (NRW-Verkehrsministerium) am 19.12. 2011 und am 9.2.21012 in Gladbeck, sie wären um "einen zweistelligen Millionenbetrag" höher als die des Überfliegers
(Lühder, Seite 50: "1,7 Mio. €"), deshalb könne das vorgesehene Autobahnkreuz nicht in Tunnellage gebaut werden.

 

IVV-Gutachten (Dezember 2009) mit Kommentar der Stadt Gladbeck:

"Verkehrsuntersuchung im Zusammenhang mit dem Neubau der A 52 im Raum Gladbeck" (externer Link)

 

IGS-Gutachten im Auftrag des Landesbetriebs Straßenbau NRW,
die amtliche Antwort auf das IVV-Gutachten (Januar 2011):

"Verkehrsuntersuchung für den Bau der A52 zwischen dem AK Essen-Nord und der AS Gelsenkirchen-Buer-West
Fortschreibung auf den Zeithorizont 2025
- Ergebnisbericht -"
(externer Link)

 

Von der Stadt Gladbeck außer den vorigen drei Dokumenten zur Verfügung gestellt:

- Umweltverträglichkeitsuntersuchung zum Neubau der A 52 zwischen der Anschlussstelle Essen / Gladbeck und der Anschlussstelle Gelsenkirchen Buer / West (externer Link)

- Umweltverträglichkeitsuntersuchung zum Neubau der A 52 zwischen Autobahnkreuz Essen / Nord und Autobahnkreuz Essen / Gladbeck (externer Link)

- Erläuterungsbericht zum Neubau der A 52 in Essen und Bottrop (620 Seiten, externer Link)

 

Dokument des NRW-Verkehrsministers:

- Daten und Fakten zur Mobilität 2011

 

Dokumente der Bundesanstalt für Straßenverkehr (externe Links):

- Die neuesten Verkehrszahlen auf den Autobahnen der BRD (2010 gezählt)

- Die neuesten Verkehrszahlen auf den Bundesstraßen der BRD (2010 gezählt)

 

"Die Misere der deutschen Verkehrspolitik", von Stuttgart 21 ist zu lernen:

Zur Finanzierung von Prestige-Projekten
(Bürgermeister Roland: "Jahrhundertprojekt")

Anton Hofreiter, Vorsitzender des Bundesverkehrsausschusses:
Prestige-Projekte funktionieren eigentlich immer nach dem gleichen Mechanismus. Man weiß, dass wenn man die ehrliche Zahl von Anfang an gleich bekanntgäbe, gäb’s sicher einen Aufschrei. Deswegen sagt man: ja, des kostet bloß eine Milliarde oder zwei Milliarden [das bezieht sich auf den Stuttgarter Bahnhofsneubau] – und dann sagt man: ja, für den Preis könnte man sich’s überlegen. Dann wird schon mal mit den Planungen angefangen, und irgendwann wird mit dem Bau angefangen, und so im Laufe der Zeit erhöhen sich die Kosten immer mehr und immer mehr, bis man dann, wenn’s dann fertig ist, bei den eigentlichen Kosten ist, aber dann, wenn mal schon mal angefangen hat, heißt es: ja, jetzt können wir nicht mehr aufhören. Manchmal sagt man noch dazu: ja, wenn wir das von Anfang an gewußt hätten, dann hätten wir nie, nie angefangen, aber das konnte doch keiner ahnen, dass es so teuer wird.  

aus: Wilm Hüffer: Abstellgleis für alle. Stuttgart 21 und die Misere der Deutschen Verkehrspolitik - DAS ARD-RADIO-FEATURE SWR 2, 23. Februar 2012
Sendemanuskript:
http://web.ard.de/media/pdf/radio/radiofeature/abstellgleis_sendemanuskr...

Dokumente des NRW-Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV):

- Wirkungen von Stickstoffdioxid (N O2) (externer Link)

Darin heißt es zu gesundheitlichen Wirkungen von Stickstoffdioxid: "Langzeitwirkungen [...] eine Zunahme der Sterblichkeit (alle Todesursachen, Herz- und Atemwegserkrankungen, Lungenkrebs) sowie eine Zunahme der Häufigkeit von Lungenkrebs-Erkrankungen, chronischen Atemwegsbeschwerden bei Erwachsenen, Hustenepisoden und Bronchitis bei Schulkindern, chronischer Bronchitis bei Kindern mit diagnostiziertem Asthma und Lungenfunktionsverschlechterungen bei Schulkindern".

- Bericht über die Luftqualität im Jahre 2010

Darin heißt es: "bietet die nahezu unverändert hohe Luftbelastung durch Stickstoffdioxid weiterhin Anlass zu Besorgnis." "Alle Stationen mit Grenzwertüberschreitungen liegen an verkehrsreichen Straßen, sodass der Verkehr als Hauptverursacher anzusehen ist." (S. 4 und  6)
Der zulässige Stickstoffdioxid-Grenzwert von 40µg/Kubikmeter Luft wurde 2010 in Gladbeck um 20% überschritten. (Seite 11)   Vollständiger Wortlaut hier

- LANUV-Jahresbericht 2010

Tabelle S. 50 zeigt am Beispiel Gladbecker Straße in Essen: LKW-Verkehr ist weit mehr als PKW-Verkehr Ursache der Stickstoffdioxid-Belastungen in Wohngebieten.  Vollständiger Wortlaut hier

 

- Langfristige gesundheitliche Wirkungen von Feinstaub

Ergebnisse: Bei Frauen, die näher als 50 Meter an einer Hauptverkehrs¬straße lebten, war die allgemeine Sterblichkeit um fast 40 % erhöht, das Risiko, an einer Herz-Kreislauf- oder Atemwegs-Erkrankung zu sterben, sogar um fast 80 % (Studie an Frauen der Jahrgänge 1929 bis 1942 in NRW, Deutsche Umwelthilfe 2012).  Vollständiger Wortlaut hier

- Überschreitungstage Feinstaub PM10 (unter anderem: Lungenkrebsgefahr)

Gladbeck hat keine Feinstaub-Messtation. An den B224-Nachbarstationen in Gelsenkirchen und Essen wurde der zulässige Grenzwert (35 Tage) weit überschritten.  Wortlaut hier
 

aus: Dr. med. Johannes Weiß: Diagnose    Dicke Luft
Frankfurter Rundschau, 25. Februar 2012, Seite 23:

"Unter Feinstaub, auf Englisch "Particulate Matter" (PM), versteht man allgemein winzige Partikel in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken, sondern schweben bleiben. Mit dem bloßen Auge sind sie nicht direkt sichtbar, aber bei bestimmten Wetterlagen indirekt als Dunstglocke über den Städten. Feinstaub kann über die Atemluft bis in die Lungenbläschen gelangen und von dort aus sogar ins Blut. Das soll chronische Entzündungen in den Atemwegen auslösen, aber auch das Herz-Kreislaufsystem belasten oder die Entstehung von Krebs begünstigen. Je kleiner die Teilchen sind, desto gefährlicher sind sie. Mit PM10 beispielsweise werden Partikel bezeichnet, die einen aerodynamischen Durchmesser von weniger 10 Mikrometern haben, also weniger als 10 tausendstel Millimeter. PM2,5 sind entsprechend kleiner als 2,5 Mikrometer.
Auch zwei US-Studien beschäftigten sich kürzlich mit den Auswirkungen von Feinstaub auf die Gesundheit. Die eine Studie untersuchte bei knapp 20 000 Frauen im Alter zwischen 70 und 81 Jahren den Einfluss von Feinstaub auf die geistigen Fähigkeiten. Es zeigte sich, dass der geistige Abbau umso schneller voranging, je höher die Feinstaubbelastung war. Dabei machte es keinen Unterschied, ob es sich um PM10 oder um PM2,5 handelte. Der Abbau erfolgte zwar nicht rasant, aber eine Zunahme um 10 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft hatte den gleichen Effekt wie zwei zusätzliche Lebensjahre.

Zum Vergleich: Seit dem Jahr 2005 beträgt in der EU der zulässige Jahresmittelwert 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft für PM10 und seit 2010 25 Mikrogramm für PM2,5.

Eine andere Gruppe von Wissenschaftlern fand heraus, dass sich durch Feinstaub auch das Risiko für Schlaganfälle erhöht. An 1 705 Patienten konnten sie zeigen, dass nach einer 24-stündigen Belastung mäßigen Ausmaßes dieses Risiko um 34 Prozent anstieg. Als mäßiges Ausmaß galten hier zwischen 15 und 40 Mikrogramm PM2,5 pro Kubikmeter Luft - Konzentrationen, die bislang von der US Umweltbehörde als allgemein unbedenklich eingestuft wurden."

 

Dokument des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2005):

Feinstaub - eine gesundheitspolitische Herausforderung (externer Link)

LKW-Verkehr ist zu 60% Ursache für Feinstaubbelastung in Städten durch Verkehr (S. 8)

 

Dokument der Deutschen Gesellschaft für Akustik:

Straßenverkehrslärm. Eine Hilfestellung für Betroffene (2010)

Darin heißt es: "die pegelmindernde Wirkung [von "Flüsterasphalt" lässt] mit etwa 0,5 dB(A) pro Jahr nach. Ursache hierfür ist das Zusetzen der offenen Poren durch Verschmutzung." (Seite 43f) Dieses Zusetzen mit Abrieb-Staub geschieht viel schneller durch LKW- als durch PKW-Verkehr. Bei Autobahnbau würde sich der LKW-Verkehr vervielfachen. Sehr schnell wäre der Lärm trotz "bestem Schallschutz" viel lauter als jetzt.  Vollständiger Wortlaut hier

 

Umwelt- und Prognose - Institut e.V.:

Verursachern zuordenbare volkswirtschaftliche Kosten durch Gesundheitsschäden

Kuchenbild Ursachen volkswirtschaftlicher Kosten durch Gesundheitsschäden

Quelle: http://www.upi-institut.de/upi46.htm